Das Schaffhauser Epic-Ritual-Folk-Trio HAIN steht mit der Single «Frijo» im Finale der InterContinental Music Awards 2026 (Kategorie European Folk). Der archaische Song verbindet urgermanische Mythologie mit einer zutiefst realen Liebesgeschichte.
Es gibt Musik, die nicht für den flüchtigen Moment gemacht ist, sondern die sich wie ein altes Ritual anfühlt. Die Schaffhauser Formation HAIN hat mit ihrer Single «Frijo» ein solches Werk geschaffen. Nun hallt dieser archaische Klang bis nach Kalifornien: Das Trio wurde als offizieller Finalist der InterContinental Music Awards 2026 in der Kategorie «European Folk» nominiert.
Der renommierte Musikpreis mit Sitz in Los Angeles zeichnet seit 2011 weltweit herausragende Kulturschaffende aus. Dass sich das Schweizer Projekt in diesem globalen Feld durchsetzt, beweist die handwerkliche und emotionale Substanz des Songs. Die Gewinner der diesjährigen Ausgabe werden am 23. August 2026 in einer offiziellen Online-Zeremonie verkündet.
Das Echo der Ahninnen: Ein gelebtes Ritual
HAIN ordnet sich stilistisch im Bereich des «Epic Ritual Folk» ein – einem Genre, das durch Formationen wie Wardruna oder Heilung bekannt wurde. Doch statt fremde Pfade zu kopieren, schöpfen HAIN aus einer tiefen, eigenen Quelle. «Frijo» ist eine bewusste klangliche Beschwörung der gleichnamigen Göttin, jener urgermanischen Ur-Gestalt, in der die Aspekte von Frigg und Freyja verschmelzen. Hier treffen die grossen weiblichen Archetypen der nordischen Welt – mütterlicher Schutz und wilde, ungezähmte Liebe – aufeinander.
Die Musiker nutzen eine Sprachform, die eng an das Urgermanische angelehnt ist. Die von altgermanischer Poesie und Symbolik durchzogenen Lyrics setzen auf die direkte Wirkung des Klangs. Musikalisch kombiniert das Schaffhauser Trio diese historischen Elemente mit traditionellen Instrumenten, Naturton-Atmosphären und einer präzisen Studioproduktion.
Wenn Mythos zur Wahrheit wird
Das Fundament von «Frijo» ist jedoch keine reine Fiktion, sondern eine gelebte Realität. Der Song dokumentiert eine wahre, persönliche Verbindung zwischen den Kunstschaffenden. «Ich habe Freyja angerufen – und sie hat geantwortet. In meiner heutigen Liebe lebt ihr Segen», erklärt Songwriter Norman Wolter den Ursprung des Werks. Der spirituelle Ruf wurde zu einer realen Begegnung, die das Fundament von HAIN bildet.
Musikalisch gelingt dem Trio ein beachtlicher Spagat. Naturton-Atmosphären und traditionelle Instrumentierungen treffen auf eine extrem präzise, moderne Studioproduktion. Das Resultat ist kein verstaubtes Reenactment, sondern die Übersetzung uralter Energie in das Hier und Jetzt. Mit diesem Finalplatz setzt HAIN ein unüberhörbares Zeichen für die Tiefe und die internationale Relevanz des Schweizer Folk-Schaffens.